Skin
Bachelorarbeit
Die Arbeit Skin setzt sich mit Lebensrealitäten von Menschen auseinander, die innerhalb gesellschaftlicher Strukturen häufig übersehen oder an den Rand gedrängt werden. Im Fokus stehen Biografien, die nicht dem geradlinigen Ideal sozialer Stabilität folgen, sondern von Brüchen, Ausgrenzung und existenzieller Unsicherheit geprägt sind. Soziale Herkunft, fehlende Stabilität und individuelle Schicksalsschläge können dazu führen, dass Menschen aus gesellschaftlichen Ordnungen herausfallen und sich in prekären Lebenssituationen wiederfinden.
Die Arbeit lenkt den Blick auf jene, die „neben die Spur“ geraten sind – Menschen, die an Lebensumständen, Fehlentscheidungen oder gesellschaftlichen Normen scheitern und kaum Möglichkeiten finden, in strukturierte Lebensverhältnisse zurückzukehren. Physische und psychische Belastungen, gesellschaftliche Vorurteile und soziale Isolation verstärken diese Prozesse.
Der Titel Skin verweist auf die Haut als sichtbare Projektionsfläche von Erfahrung. Narben, Verletzungen und Spuren körperlicher Beanspruchung erzählen von Vulnerabilität, Abwehr und Erinnerung. Die Oberfläche des Körpers wird zum Träger biografischer Einschreibungen und sozialer Realität.
Ausgehend von dieser Überlegung untersucht die Arbeit materialästhetisch die Fragilität und Verletzbarkeit von Haut. Mit einfachen, kostengünstigen Materialien wie Karton, Filz und Glasscherben entstehen Oberflächen, die an schützende Hüllen erinnern und zugleich deren Zerbrechlichkeit offenlegen. Materialität und Struktur werden so zu Metaphern für körperliche und soziale Verwundbarkeit.